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Blaue Deko Wohnzimmer

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Blaue Deko Wohnzimmer – Blaue Deko Wohnzimmer

Eine Höhle. Das war es. Eine große, finstere Höhle. Jede Wand in einer anderen muffigen Farbe – Bordeauxrot, Nachtblau, Tannengrün, Dunkelbraun. Hier gab es Monster, so viel stand fest. Nachts würden Hexen aus den Ecken gekrochen kommen, und der Holländermichel würde einem das Herz herausreißen.

Reizend Wohnzimmer Blau | Haus Dekoration - Blaue Deko Wohnzimmer

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„Das wird dein Kinderzimmer.“ Mein Stiefpapa, ein Riese mit Bart und Jungenaugen, stand im düsteren Korridor der gigantischen Altbauwohnung und schaute erwartungsfroh auf mich herab. Ich starrte fassungslos zu ihm zurück. Dann sah ich wieder in die Höhle. Die stuckverzierte Zimmerdecke war mit rotbrauner Fußbodenfarbe gestrichen.

„Das gute Ochsenblut“, sagte mein Vater und lächelte zärtlich. Aus meinem Erstaunen wurde Entsetzen. Man wollte mich in ein Zimmer stecken, das mit Blut gestrichen war?

„Papa“, wimmerte ich leise. Dann ging mir ein Licht auf. Ich kicherte. Papa macht Quatsch, dachte ich. Mein Vater machte oft Witze über alles Mögliche. Einmal hatte er mir erzählt, es gäbe Fliegen, die nur einen Tag lebten. Eintagsfliegen. So ein Blödsinn. Ein anderes Mal behauptete er, dass es Fahrstühle ohne Türen gäbe, die niemals anhielten, und wenn man ein- oder aussteigen wollte, müsse man höllisch aufpassen, damit man das richtige Stockwerk erwischte. Und wer nicht rechtzeitig vor dem Dachgeschoss ausstieg, müsse im Kopfstand wieder runterfahren. So was erzählte mein Papa. Und nun sollte das hier mein Kinderzimmer werden. Das konnte er nicht ernst meinen.

Der Umzugswagen kam am 20. Februar. Meine Mutter fand, das sei ein gutes Datum zum Umziehen. Da sei der Winter vorbei. Frau Schmidt vom Zeitungskiosk in Adlershof, der sie diese Theorie darlegte, wiegte zweifelnd den Kopf hin und her. „Also, ick weeß nich. Mein Jüngsta hat Ende Februar Jeburtstach, und meistens jehn wir da rodeln.“

Es schneite tatsächlich in der Nacht zu Donnerstag, dem 20. Februar 1986. Es schneite so sehr, dass der Umzugswagen am nächsten Morgen nicht die Einfahrt hochkam.

„Minus zehn Grad waren das“, sagte meine Mutter, und vierzig Zentimeter Neuschnee.“ Mit den Jahren wurden die Temperaturen in ihren Erzählungen immer niedriger, die Schneeverwehungen dafür umso höher. Zwanzig Grad unter null, behauptet sie heute, hätte das Thermometer angezeigt, und der Schnee hätte ihr fast bis zum Hals gereicht.

Mein Vater rutschte bei dem Umzug auf einer gefrorenen Pfütze aus und prellte sich das Steißbein. Er konnte zwei Wochen lang nicht sitzen. Meine Mutter holte sich eine Blasenentzündung und lag dann fiebernd auf einer Matratze zwischen gestapelten Möbeln und unausgepackten Kisten im erdfarbenen Schlafzimmer der Vormieter, eingehüllt in den Pelzmantel, den sie von ihrer Großmutter geerbt hatte, während mein Vater leise wimmernd die Küche renovierte.

Meine Eltern hatten unsere lichtdurchflutete Neubauwohnung in Adlershof mit Spielplatz direkt vor dem Haus eingetauscht gegen diese 140 Quadratmeter Altbau mit 18 Metern Flur, vier Meter hohen Wänden, Flügeltüren und Parkett. Was, zum Teufel, war in sie gefahren?

Das einzige Fenster meines neuen Kinderzimmers führte auf einen winzigen Innenhof mit Mülltonnen, einer Teppichstange, an der man höchstens Schweinebammel machen konnte, und einem spindeldürren Bäumchen in der Mitte, das sich tapfer dem Licht entgegenreckte. In den Fassaden klafften Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg. Direkt unter meinem Kinderzimmerfenster, im Erdgeschoss, befand sich die Lüftung des Damen- und Herrenfrisiersalons Modische Linie, und auf der gegenüberliegenden Seite grenzte der Billardraum des Bötzowstübl an den Hof. Es roch nach Haarspray mit Bier und Dauerwelle mit Aschenbecher zwischen Mülltonnen und Kohlenstaub.

In Adlershof hatte ich abends manchmal bei Krögers Fernsehen gucken dürfen. Erst „Sesamstraße“, dann die Nachrichten. Herr und Frau Kröger waren unsere Nachbarn und schon in Rente. Sie besaßen einen Farbfernseher und eine Schrankwand. Frau Kröger saß auf dem Sofa und trank Likörchen, während ihr Mann wütend Walnüsse aus eigener Ernte vom Grundstück in Grünau knackte und auf „die da oben“ schimpfte, was ich nicht verstand, weil da nur der Dachboden war. Meist schlief er irgendwann in seinem Sessel ein, und die Nussschalen fielen von seinem Schoß hinunter auf die Auslegware. Wenn ich nach Hause ging, knirschte es unter meinen Hausschuhen.

Meine Eltern waren von der neuen Wohnung begeistert. Endlich mehr Platz, raus aus dem Neubau nach Prenzlauer Berg, wo alle ihre Freunde wohnten. „Bert, guck doch mal, die Linden!“, freute sich meine Mutter bei der Besichtigung. „Mhm. Klebt uffm Autodach“, brummte Herr Fritzner, der Vormieter. Er und seine Frau wollten raus aus der stinkenden Innenstadt, in eine kleinere Wohnung mit Licht und Schrankwand.

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Lea Streisand

Gerald von Foris

Fritzners waren kleine Leute. Rein körperlich betrachtet. Beruflich war er Dachdecker gewesen und sie Verkäuferin in der Kaufhalle. Etwas Größeres konnte man in der DDR nicht werden. Die beiden hatten Zugang zu Rohstoffen. Was sie unter anderem dazu genutzt hatten, die riesige Altbauwohnung optisch ihrem Körperwuchs anzupassen: Über die gesamte Länge des 18-Meter-Flurs waren auf halber Höhe Dachbalken in die Wände getrieben, die Decke darüber war schwarz gestrichen. Im Wohnzimmer war auf Brusthöhe eine Holzvertäfelung angebracht, die dem vormals ballsaalartigen Raum das Flair einer Bahnhofskneipe verlieh. Zur Dekoration waren oben auf dem Sims der Vertäfelung Bierdosen drapiert. Leere Bierdosen. Aus dem Westen. Eine Dose DAB, eine Dose Becks, eine Dose DAB, eine Dose Becks, immer abwechselnd. Fritzners würden sich mit Krögers verstehen.

Unsere neuen Nachbarn hießen Herr und Frau Huntgebein. Er war ein halbes Hähnchen; sie dagegen sah aus wie eine Riesin, fast so groß wie mein Vater, nur dicker, und umgeben von der Sanftmut einer alten Elefantendame.

Frau Huntgebein war schon in dem Haus geboren worden. „Vor zirka 300 Jahren“, wusste Rico, der sein Kinderzimmer ein Stockwerk über meinem hatte und bereits zur Schule ging. Ricos Familie war fast gleichzeitig mit uns eingezogen. Rico kannte sich aus. Er sagte gern „zirka“, das klang so erwachsen. Sein Vater war „zirka“ der beste Volkspolizist der Welt, und seine Mutter backte beim Bäcker auf der anderen Straßenseite „zirka“ die besten Schrippen der Stadt. Mich beeindruckte das sehr. Das waren wenigstens richtige Berufe. Meine Mutter saß immer bloß an ihrem Schreibtisch, rauchte Club-Zigaretten, trank schwarzen Tee und klapperte mit ihrer Schreibmaschine.

Mein Vater studierte und war ständig in Leipzig. Oft saß Mama mit vor Konzentration krausgezogener Stirn vor stapelweise vollgetipptem Papier und malte mit einem Kugelschreiber kleine Kringel und Worte zwischen die Zeilen. Kurz darauf klapperte die Schreibmaschine erneut, und die Papiere landeten unter dem Schreibtisch im Mülleimer.

Manchmal schaffte ich es, sie zu retten. Dann schleppte ich die losen Blätter ins Kinderzimmer, setzte mich dort an den Tisch, trank ausgedachten Tee aus Puppentassen, sog konzentriert an der Mine eines Bleistiftstummels, den ich mir mühsam zwischen Zeige- und Mittelfinger geklemmt hatte, und unterstrich Passagen im Text mit roten, grünen und blauen Buntstiften. Dazu machte ich ein möglichst verkniffenes Gesicht. Das Spiel hieß Arbeiten.

Hin und wieder kamen Freundinnen meiner Mutter zu Besuch, die auch Kinder hatten. Dann spielten wir Reden. Wir versammelten uns im Kreis um den Puppentisch, jeder bekam eine Puppentasse und einen Bleistift, alle mussten mit überschlagenen Beinen dasitzen, ausgedachten Rauch in die Luft pusten und Denkgeräusche machen. Denkgeräusche waren „ja“, „aha“, „na, aber“, „ach so“. Und natürlich „zirka“.

Das Haus, in dem wir wohnten, stand an der Kreuzung Hufeland-, Ecke Bötzowstraße. Von unserem Wohnzimmerfenster aus hatte man die Kreuzung gut im Blick. Fast jede Woche konnte man zugucken, wie ein Unfall passierte. Die Bötzow war nämlich Hauptstraße, die Autos, die dort fuhren, hatten Vorfahrt. Aber weil die Hufeland breiter war als die Bötzow, vergaßen das die Autofahrer. Und dann knallte es, und alle Leute kamen aus den Läden gelaufen. Aus dem Fischladen, aus der Reinigung und aus der Bäckerei, wo Ricos Mutter arbeitete.

„Wer hatn Schuld?“, rief die Fischverkäuferin zur Bäckermeisterin hinüber, und die antwortete: „Der Mann! Schuld hat immer der Mann. Und wenn die Frau Schuld hätte, dann nur, weil ein Mann sie dazu getrieben hat.“ Die Bäckermeisterin war nicht besonders gut auf Männer zu sprechen.

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Der Bäckermeister – ein bulliger Typ mit einem Brustkasten wie ein Trafohäuschen und einem winzig kleinen Bärtchen auf der Oberlippe – hatte nämlich eine Affäre mit einer seiner Angestellten. Jeder im Viertel wusste Bescheid. Die Stimmung in dem Laden war stets ausgesprochen angespannt.

„Irgendwann war die dann sogar schwanger“, erzählte meine Mutter. Sie wollte dort überhaupt nicht mehr einkaufen, weil ihr das alles so peinlich war. Sollten die Leute doch ins Bett gehen, mit wem sie wollten, aber sie mussten die Einzelheiten ja nicht in aller Öffentlichkeit ausdiskutieren. Ich mochte den Bäckermeister. Er schenkte uns Kindern immer Kuchenränder.

An der Ecke war der Fischladen. Von außen sah er aus wie ein Aquarium, mit gemalten Fischen an den Scheiben. Drinnen kam man sich vor wie in einer Schwimmhalle, in der es nach Ostsee roch: Fliesen am Boden, und die Wände warfen die lauten Stimmen der Fischwirte zurück.

Die Fischverkäuferinnen glichen einander wie ein Ei dem anderen. Sie trugen Dauerwellen, weiße Kittel und klobige schwarze Gummistiefel. Ich stellte mir manchmal vor, der hintere Teil des Ladens wäre ein gewaltiges Bassin, in dem die Fischwirte herumwateten und mit bloßen Händen die Fische angelten.

Neben dem Fischladen lag die Reinigung Rewatex, wo Mama ihren Pelzmantel hinbrachte, wenn ich wieder Softeis draufgekleckert hatte. Unsere Bettwäsche wurde sogar abgeholt. Alle zwei Wochen kam ein Kurier, nahm unsere zerwühlten Kissenbezüge mit und hinterließ ein in Packpapier eingeschlagenes Paket mit frischen Laken, die, auf Kante gelegt, zu flachen weißen Brettern gepresst waren und nach Sommer dufteten. Wenn man die Betten frisch beziehen wollte, musste man die Wäsche richtig auseinanderschälen. Wie Seiten in neuen Büchern, die vom Druck noch zusammenkleben.

„Wo bringen sie die Wäsche hin?“, fragte ich. „Ins Gefängnis“, sagte meine Mutter. „Dort wird sie gewaschen, gestärkt und gemangelt, und dann kommt sie zu uns zurück.“

„Ist das eine Mangelwirtschaft?“, fragte ich meine Mutter. Das Wort hatte ich in einem ihrer Gespräche aufgeschnappt. Meine Mutter verschluckte sich vor Lachen am Rauch ihrer Zigarette. Oh, wie ich es hasste, wenn sie über mich lachte! Ich versuchte ein ernsthaftes Gespräch zu führen, und sie fand mich einfach nur niedlich.

Ich stellte mir die Olsenbande vor, wie sie in der Mangelwirtschaft im Gefängnis saßen und Filzstiftflecken aus meinen Laken schrubbten. Neben der Reinigung befand sich die Kohlenhandlung. Der Kohlenhändler war ein kleiner Mann mit großen Händen und funkelnden Augen im rußverschmierten Gesicht, der in seiner Freizeit ausschließlich weiße Kleidung trug. Er leitete sein Geschäft, von dem ich dachte, damit seien „dreckige Geschäfte“ gemeint, von einer Baracke aus, die hinter riesigen Kohlebergen in einer Bombenlücke stand. Nach getaner Arbeit ging er mit seinen Männern rüber zu Marlies ins Lindenstübchen, eine winzige Kaschemme gegenüber der Kohlenhandlung, die sogar meinen Eltern zu verraucht war.

Auf der Bötzow gab es auch einen Spielplatz, aber da durfte ich wegen der vielen Unfälle nicht allein hin. Außerdem hing dort an der Tischtennisplatte immer Ronny mit seiner Clique rum. Ronny wohnte bei uns im Hinterhaus und war eines von sechs oder sieben Geschwistern, die alle zusammen in einem Bett schliefen. Behauptete Rico. Keiner von uns war je in Ronnys Wohnung gewesen.

Ronnys Eltern waren regelmäßige Besucher des Bötzowstübl. Wenn Ronnys Mutter lustig wurde, stellte sie sich in unseren Hinterhof und sang aus vollem Halse: „Einmal um die ganze Welt und die Taschen voller Geld“, den Schlager von Karel Gott, dass es vielstimmig von den Steinwänden widerhallte und ihre Stimme sich krächzend an den Kanten der Einschusslöcher aus dem heißen Krieg brach.

Ronny ging auf dieselbe Schule wie Rico, in die dritte Klasse, und war schon zweimal sitzengeblieben. Einmal stand Ronny mit einem Pflasterstein in der Hand vor Rico: „Entweder du kommst jetzt mit über die große Straße, oder ick hau dir mitm Stein uffn Kopp.“ Seitdem ging Rico dem Älteren lieber aus dem Weg.

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Ein Zaun teilte unseren Hof in zwei gleichgroße Hälften. Die eine war betoniert, die andere gepflastert. Auf der Grenze stand das spindeldürre Bäumchen. „Der betonierte Teil ist der Westen“, erklärte Rico, der gern bestimmte, was wir spielten. Weil er schließlich schon zur Schule ging und den Ernst des Lebens kannte. Manchmal machten andere Kinder mit, die vor Ronny in unseren Hof geflohen waren. Dann führte sich Rico auf wie ein König.

„Ihr müsst versuchen, aus dem Westen rüberzukommen. Und ich beschütze den antifaschistischen Schutzwall. Wenn ich euch erwische, schieß ich euch tot.“ „Wieso das denn?“, erkundigte ich mich. Rico verdrehte die Augen. „Steht so in der Fibel. Das ist das Buch, aus dem wir lesen lernen. Und wie man ein guter Pionier wird.“ Ich schnappte nach Luft. „Wann krieg ich die Fibel?“ Ich dachte, es gäbe nur eine und die würde immer weitergegeben. Wie ein Wanderpokal.

„Das kommt drauf an“, erklärte Rico und genoss seine Überlegenheit, „ob du zu den Guten gehörst.“ „Oh, ganz bestimmt“, versicherte ich. „Ich will immer zu den Guten gehören. Was muss ich dafür tun?“

Ricos Augen blitzten. „Du musst einfach immer machen, was ich sage“, erklärte er grinsend. „Als Erstes spielen wir antifaschistischer Schutzwall. Und jetzt versuch mal, aus dem Westen rüberzukommen.“

Für mich war der Westen ein magischer Ort, wo man jeden Tag seine Lieblingssachen anziehen durfte und sich ausschließlich von Schokolade ernährte. Omilein wohnte im Westen, meine Urgroßmutter, die Oma von Rainer, meinem richtigen Vater. Sie schickte Westpakete und verlangte, dafür mit Briefen und Postkarten entlohnt zu werden. Manchmal kam sie auch zu Besuch zur Johannisthal-Oma, der Mutter meines Vaters. Ansonsten stellte ich mir den Westen vor wie Bullerbü. Ein Utopia. Man wusste, dass man nie hinkommen würde. Aber das war nicht schlimm. Es war nur gut, dass es ihn gab. Wo sollten sonst die Westpakete herkommen? Ich wollte nicht in den Westen, ich hatte konkretere Ziele. Ich wollte endlich zur Schule gehen. Ich wollte lesen lernen.

Unsere ganze Wohnung stand nämlich voll mit Büchern. Bücher im Wohnzimmer, im Arbeitszimmer und im Kinderzimmer. Der ganze achtzehn Meter lange Flur war tapeziert mit Büchern. Selbst in der Küche hatten meine Eltern ein Bücherregal aufgestellt. Ich hatte keine Ahnung, wo die vielen Bücher herkamen, aber ich wollte sie lesen. Alle. Ganz allein. Ohne auf Mamas Zeit und Lust zum Vorlesen angewiesen zu sein. Meine Mutter konnte toll vorlesen. Mit warmer Stimme und dem richtigen Maß an Betonung. Im richtigen Tempo. Anders als Papa, der ständig Faxen dabei machte und versuchte, Passagen zu überspringen oder umzuerzählen. Da war er allerdings bei mir an der falschen Adresse. „Das steht da nicht!“, beschwerte ich mich regelmäßig und ergänzte das Wort, das er vergessen hatte.

Ich besaß dreizehn Schallplatten mit Hörspielen und Kinderliedern und einen Kofferplattenspieler aus hellgrauem Kunstleder, den meine Mutter damals zu ihrer Jugendweihe geschenkt bekommen hatte. Genau wie meine Bücher konnte ich alle meine Platten auswendig mitsprechen. Es war, als hätte ich ein Loch im Kopf, das Geschichten aufsaugte. Wenn ich das Gehörte später erzählte, war es, als würde ich mit dem Roller in eine Rille zwischen die Gehwegplatten geraten. Die Geschichte rollte von ganz allein. Ich musste nur mitmachen, ein bisschen lenken und aufpassen, dass der Roller nicht umkippte.

Aber nun wollte ich neue Geschichten haben, die anderen, von denen meine Eltern immer behaupteten, dafür sei ich noch zu klein – genau das machte sie so reizvoll. Die Dinge, für die man angeblich zu klein war, machten doch immer am meisten Spaß: lange aufbleiben, nach 20 Uhr fernsehen, arbeiten, Thomas Mann lesen. Die Welt gehörte den Erwachsenen. Erwachsene konnten lesen. Und wer lesen kann, ist Bestimmer.

Ich wollte auch mal Bestimmer sein.

Lea Streisand: „Hufeland, Ecke Bötzow“ Roman. Ullstein, Berlin 2019. 224 Seiten, 20 Euro. Erscheint am 25. Oktober. 

Lesungen am 30.10. (ausgebucht), 1.11. und 7.11. im Pfefferberg Theater Infos: Literatur-live-berlin.de

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